Communities, Foren, Online-Welten - Bist du schon drin?
Immer mehr Kinder melden sich in so genannten "Social Communities" an. Das sind Seiten im Internet, auf denen man sich mit vielen Leuten vernetzt. Was das bedeutet und was man beachten muss, findest du hier zusammengefasst.Meistens fängt es ganz harmlos mit einer Freundschaftseinladung an. Nicht von jemanden, der dir in der Klasse einen Zettel zuschiebt auf dem steht "Willst du mein Freund sein? Kreuze an... ja, nein, vielleicht..." (so war das früher bei uns, echt jetzt!). Heute geht das meist elektronisch, per E-Mail-Adresse, falls du schon eine hast. Oder deine Leute erzählen in den Pause von Freundschaftseinladungen, Gruppeneinträgen und Verlinkungen und du verstehst erst mal nur Bahnhof, bis sich rausstellt: Die reden von einer neuen Internet-Community (ja, so was wie schülerVz, wer-kennt-wen und andere meine ich), einer Art Plattform, auf der sich Kinder und Jugendliche miteinander vernetzen, indem sie sich gegenseitig als Freunde hinzufügen.
Beim schülerVz musst du 12 Jahre alt sein, um dich anzumelden. Wenn du jünger bist, wirft man dich raus, denn da sind Kinder noch nicht fit genug, um mit so einem Netzwerk umzugehen. Aber auch wenn du alt genug bist, gibt es einige Sachen, die du beachten musst. Bei der Anmeldung gibt man dir viele nützliche Tipps, die dir helfen sollen und die du auch lesen solltest.
Nach deiner Anmeldung suchst du dir als erstes ein total lustiges oder auch wahlweise richtig bescheuertes Profilbild und schreibst dann noch ein paar Infos über dich rein. Welche Musik mag man, welche Filme, welche Bücher oder Comics. Und dann tritt man noch in ein paar Gruppen ein, die mehr oder weniger witzige Menschen gegründet haben: "Ich bin schon ziemlich blöd, nur meine Kumpels sind noch blöder" oder etwas in der Art. In den Gruppen kann man dann seine Meinung äußern wie in einem Forum. Mit seinen Freunden kann man sich in so einer Community bequem Nachrichten schicken, Fotoalben anlegen und Leute darauf verlinken oder sich gegenseitig auf die Pinnwände auf den Profilen schreiben. Alles in allem macht das richtig Spaß!
Ein oder zwei Dinge sollte man trotzdem bedenken.
Erst mal die Sache mit dem Foto. Klar ist der Sinn eines Profilfotos, dass man dich darauf erkennt. Aber es gibt da ein Problem: Einmal im Netz weißt du nicht, was man mit dem Foto anstellt. Man kann es einfach kopieren oder einen Screenshot machen und dann findest du dich oder eher gesagt dein Foto mit einer dicken rosa Schweinsnase in einem fremden Fotoalbum wieder und dir ist das schrecklich peinlich. Oder jemand malt sich mit einem Grafikprogramm daneben und gibt sich als dein neuer Lover aus. Und wenn der Typ total hässlich ist, dann hast du ein Problem! Also überlege, ob dir nix Cooles einfällt, wie du dein Foto ein bisschen verfremdest, so dass man dich nicht direkt erkennt. Gleiches gilt für deine Fotoalben. Ja klar, dein gebräunter Strandbody kommt voll krass im Fotoalbum, aber die Fotos muss doch echt nicht jeder sehen. Echt nicht! Tipps für ein gutes Profilbild haben wir auf unseren Seiten für dich zusammengestellt.
Dann dein Profil. Klar ist das toll, dass du auf Tokio Hotel stehst und Harry Potter verschlungen hast und in deiner Freizeit Blockflöte flötest. Infos, die irgendwo noch okay sind, wenn du sie mit der Welt teilen willst. Aufpassen musst du dann, wenn du zu viel von dir preisgibst. Gibst du an, in welchen Chats oder Messengern du dich rumtreibst, vielleicht auch deine Messenger-Nummer oder deinen Messenger-Nicknamen, kann jemand, der dich total super findet, dich natürlich auch finden. Wenn derjenige aber nervig, blöd und distanzlos ist, hast du ihn oder sie bald überall an der Backe. Deshalb: Solche Sachen nur Leuten schreiben, die du kennst und denen du vertraust. Wenn dich trotzdem jemand nerven sollte, setz ihn auf deine Ignore-Liste (in guten Chats und Foren gibt es die immer) und das Problem wäre gelöst. Auch deine echte Adresse solltest du nicht angeben. Dann kommt vielleicht mal jemand vorbei und besucht dich, ohne dass du das willst. Und wenn du vorher noch mit den Kronjuwelen deiner Mami angegeben hast, sind die danach vielleicht weg. Bei Online-Communities kannst du Fehlverhalten auch gezielt melden. Meistens gibt es hierfür einen leicht zugänglichen Button. Derzeit kann noch keine Community sicherstellen, dass jeder ihrer Nutzer auch wirklich ein Kind ist. Immer dran denken: Du weißt nie zu 100 Prozent, mit wem du es zu tun hast - vielleicht sogar mit einem Erwachsenen!
Zu den Foren und Gruppen. Erzähl nicht allzu viel Mist. Darfst du auch mal, klar, aber echt nicht zu viel. Beispiel: Jemandem sagen, dass er Unrecht hat, ist okay. Jemanden mobben oder beschimpfen nicht. Gruppen gründen nur um deinen Mitschüler, der immer so fies müffelt, zu beleidigen sind uncool (und werden von den Moderatoren der Communities eh bald gelöscht). Die Gruppengründer werden dann ganz schnell vor die Tür gesetzt und dann schreiben sich alle deine Kumpels Nachrichten und verlinken sich auf irgendwelche Bilder aber du bist raus und guckst in die Röhre. Also: lassen!
In reinen Foren gilt auch, dass du dir die Wahl deines Nicknamens gut überlegen solltest. SexyHexy95 klingt blöd und lässt auch auf die Userin schließen. Bist du in vielen Foren aktiv, solltest du auch verschiedene Nicks benutzen, damit man dich nicht evtl. wieder erkennt. Bei Problemen mit anderen Usern gilt immer: Wehr dich! Mach denjenigen öffentlich, lass dir nichts gefallen, auch nicht in persönlichen Nachrichten, und melde solche Leute den Moderatoren, die dir schnell helfen werden.
Datenschutz ist bei den besseren Communities sowieso ein Thema. Also lies dir durch, was die Betreiber der Seiten so schreiben. Denk auch immer gut drüber nach, bevor du etwas einträgst und versuch abzuchecken, wie du dich selbst darstellst. Nicht jeder findet dich cool, wenn du schreibst "Papa mag keine Ausländer, ich deshalb auch nicht", deshalb sollte man sich solche und ähnliche unqualifizierte Kommentare einfach sparen. Zum Thema Datenschutz kannst du dich auch nochmal bei "Das Internet vergisst nicht" informieren. Auch Identitätsklau ist immer ein Thema. Das Problem dabei ist, dass sich jemand mit einem Foto von dir und unter deinem Namen irgendwo anmeldet und dann blöde Sachen in deinem Namen sagt.
Communities sind Unternehmen, die Geld verdienen wollen wie jede andere Firma auch. Deshalb müssen sie besser sein als andere, müssen mehr Mitglieder haben oder im schlimmsten Fall sogar die Adressen ihrer Mitglieder verkaufen. Nein, nicht jede Community macht so was, aber jetzt hast du das Problem wenigstens schon mal kennen gelernt und weißt besser, worauf du dich einlässt!;-)
Viele, auch jüngere, Kinder sind auch in virtuellen Online-Welten angemeldet. Es gibt sehr viele verschiedene Anbieter (Panfu, Habbo, toontown etc.), für jeden Geschmack ist heute was dabei. Hier kann man ähnlich auch wie in Communities chatten, spielen, neue Freunde kennen lernen. Allerdings sind viele dieser Welten reine Geldmaschinen für die Besitzer. Entweder man bezahlt pro Monat einen bestimmten Betrag oder man muss das Geld dieser Welt mit echtem Geld kaufen, um seine Figur anzuziehen, eine Wohnung in der Welt einzurichten oder bestimmte Spiele zu spielen. Sagen wir es mal so: In anderen Dingen ist dein Taschengeld besser angelegt! Klar ist das cool, den besten Avatar von allen zu haben und ganz viele Freunde dazu. Aber wenn du in zwei Monaten keinen Bock mehr auf diese Online-Welt hast, kriegst du dein Geld nicht zurück. Dann hast du ein top angezogenes Bärchen oder was auch immer und keinen Bock mehr, dich damit zu beschäftigen. Das heißt, noch länger sparen, bis du dir endlich ein neues Spiel für deine Spielekonsole leisten kannst. Und dazu ist das ganze wie immer auch nicht ungefährlich, Erwachsene können mit dir chatten, während du denkst, du plauderst mit einem 8-jährigen Mädchen. Und dazu wieder ein Problem mit dem Datenschutz, du erzählst total viel von dir, was andere gegen dich benutzen können. Wenn du unbedingt mal sehen möchtest, wie es in so einer Welt abgeht, probiere es doch z.B. mal bei Virtuellewelt. Hier kostet es sicher nichts und der Chat wird von Kindern und Jugendlichen selbst beaufsichtigt, die sich schon richtig gut auskennen im WWW.






