Du siehst, so
richtig heldenhaft mit Schwertergeklirr und schnaubenden Rossen waren
die Kreuzzüge nicht gerade. Was auch immer alles geschah, die Moslems
siegten nicht selten, ohne dass die Kreuzfahrer jemals das heilige Land
erreichten. Doch wenn sie es erreichten, schlugen sie sich nicht nur
mit den islamischen Kriegern. So manches Dorf und manche Stadt, die
eher jüdisch war, aber nun mal mit auf dem Weg lag, wurde dem Erdboden
gleich gemacht und manchmal wurde eben auch schon mal eine christliche
Stadt wie Byzanz miterorbert. Der Mangel an Erfolg brachte dann zum
Glück wieder die Vernunft in die Königshäuser Europas.
Besser jedenfalls
wäre es für das Christentum gewesen, wenn sie diese Kreuzzüge
hätten sein lassen und so wie Friedrich II. einfach mit den Kollegen
im Morgenland verhandelt hätten. Schon 200 Jahre später eroberten die
Moslems im Osten Europas Stück für Stück das Abendland. Bis eben zu
den Tagen im Jahr 1529, an dem Sultan Suleiman II. mit seinen 300.000
türkischen Kameraden vor den Toren Wiens stand. Nur ein
sintflutartiger Regen konnte das Abendland retten und zwang die Türken
zum Rückzug. Ein Wunder sozusagen.
Mit der Eroberung
Byzanz im Jahre 1453 durch die Osmanen schnitten die Moslems die
Europäer vom Handel mit Indien ab. Ungewollt lösten sie so das
Zeitalter der großen Entdeckungen aus, weil die Europäer neue Wege
nach Indien suchen mussten und ganz nebenbei, aus Versehen eher,
Amerika entdeckten oder auch ganz um Afrika herumsegelten. Die Christen
machten sich in der Neuen Welt dann auf, neue Heiden zu finden und zu
christianisieren. Die Neuzeit begann. Das Abendland und das Morgenland
lösten sich kulturell immer mehr von einander.
Die Kreuzzüge
zeugen somit nicht von heldenhaften Rittern und Königen, sondern waren
eine Katastrophe für das Abendland. Meist eben noch dazu ohne dass
auch nur ein Moslem "Buh" sagen musste. Ritterlich, ja
königlich hingegen war das Verhalten von Friedrich II., das nicht nur
zum gewünschten Erfolg führte, im Gegensatz zu den sinnlosen
Scharmützeln, sondern hoffentlich auch in der Zukunft Nachahmer
findet. |