| Ritter
waren nicht einfach Draufgänger und Haudegen, sondern schworen einen
Eid. dabei verpflichtete sich die Ritter dazu, solange sie Ritter
seien, sich auch wie Ritter zu verhalten. Dieser Ehrenkodex änderte
sich im Laufe der Geschichte.
1.
Tugenden gegenüber ihren Herren
Anfangs waren es Treue, Gehorsam
und Respekt gegenüber ihren König
oder sonstigen Herren. Da sie ja Krieger waren, gehörte auch die Tapferkeit mit dazu. Die ersten drei
Tugenden sind natürlich ganz und gar nichts für Jugendliche, daher
wurde man auch erst mit 21 Jahren zum Ritter. Bei der Verletzung dieser
Tugenden, war Schluss mit lustig.
2.
Tugenden im Glauben an Gott
Im 10.Jahrhundert
kamen christliche Tugenden hinzu.
Ein Ritter war nicht mehr nur Krieger, sondern auch ein echter Christ:
Er musste natürlich die Heiligtümer ehren und beschützen,
Ungläubige bekämpfen, Kranken, Armen und Schwächeren helfen und
selbstverständlich ein gottesfürchtiges Leben führen.
3.
Tugenden gegenüber der Gesellschaft
Dann kamen
Tugenden wie Gelassenheit, maßvolles und besonnenes Verhalten und
natürlich nicht zu vergessen, Höflichkeit
gegenüber den Damen dazu.
Es gab sogar noch
mehr Tugenden. So fuhr ein Ritter niemals auf einem Bauernwagen, er
ritt selbstverständlich zu Pferde. Da ist eine kleine Geschichte
erhalten geblieben. Lancelot, Ritter der Tafelrunde, war es, der
einfach keine Lust hatte auf Tugenden. Er konnte es sich auch erlauben.
Er fuhr eines Tages dann doch auf einem Wagen mit. Die Leute lachten
sich weg und hielten ihn für einen albernen und verweichlichten
Ritter. Über Ritter aber lacht man nicht. Doch Lancelot ließ das
kalt. Angekommen in Camelot sahen das die anderen Ritter. Verärgert
über das Gelächter der einfachen Leute, setzen sie sich zum Lancelot
mit auf den Wagen und fuhren gemütlich in die Burg hinein. Ja, so
etwas konnte man sich erlauben, wenn man zu den besten aller Ritter
gehört. Lancelot musste das eben nicht allen und jeden immer wieder
beweisen, er war der Beste und blieb unbesiegt. |